Schweinereien

Als jemand, der im Blog- und anderen Kulturbereichen gute wie auch schlechte Erfahrungen mit Werbung oder werbenden Unternehmen und Agenturen gemacht hat, habe ich mir im Lauf der Zeit für mich selbst ein kleines Päckchen von Regeln zugelegt. Hierzu gehören u.a. folgende Sätze:

Finger weg von allem, in dem das Wort “viral” auftaucht
Sobald eine Agentur “was Virales” machen will, können Lügen und Schauspielerei ins Spiel kommen und das fühlt sich nicht nur eklig an, sondern kann auch ganz schnell nach hinten losgehen. “Viral” wird meistens außerdem nicht einmal gut honoriert, denn für viele Agenturen und deren Kunden bedeutet der Wunsch nach einer “viralen Kampagne” nichts anderes, als dass sie nichts oder relativ wenig dafür bezahlen wollen.

Finger weg von Werbung, die nicht als solche erkennbar ist
Die meisten Erwachsenen können mit Werbung ganz gut umgehen, aber niemand wird gerne verarscht.

Finger weg von Jung von Matt
Der Laden ist groß und mit Sicherheit arbeiten dort auch jede Menge netter und kreativer Menschen, aber ich fürchte, man kann bei der Zusammenarbeit mit einer Agentur, der scheinbar alles egal ist, solange die erhoffte Aufmerksamkeit erreicht wird, nur verlieren. Egal, wie gut man es meint. Sogar, wenn man sich wie Judith Holofernes gegen eine Koop wehrt, muss man vor dem hämischen Zynismus der Agentur oder der jeweiligen Kampagne kapitulieren, was sehr bitter ist.

Source: Johnny Haeusler | spreeblick.com

Du bist kein Nerd, nur weil Du YouTube guckst

Wesen mit Smartphones und Freizeitverhalten am Computer, das sind Nerds. So war es einmal in der medialen Verkürzung, die ihren Weg zwischen Klischee, Wahrheit und Banalität sucht. Doch inzwischen nehmen Jugendliche, die ernsthaft YouTube gucken, die gesellschaftliche Nische ein, die wir einst für uns schufen oder in die wir geschoben wurden.

Doch Du bist kein Nerd..

nur weil Du YouTube statt TV guckst. Sieh nur, der Fernseher Deiner Eltern kann inzwischen sogar YouTube zeigen.

  • nur weil Du Deine Freunde vorwiegend digital triffst. Wer Freunde hat, macht es nun Mal so.
  • nur weil Du keine Freunde hast und Dich vor den Bildschirm zurückziehst. Du bist auch kein Partymensch, nur weil Du trinkst und laut bist.
  • nur weil Du popkulturelle Refenzen kennst. Wer früher Sartre zitierte, zitiert heute “Breaking Bad”.
  • nur weil Du Katzenbilder postest. Du musst es schon ironisch meinen. Oder gerade nicht. Eine Haltung zu Katzenbildern ist dringend nötig.
  • nur weil Du Apple nutzt oder ein Telefon mit Linux-Derivat.
  • nur weil Du in einem Clan oder in einer Partei bist.
  • Von Nerds erwarte ich mehr. Eine Haltung, eine andere Herangehensweise. Neugier mit Bessenheit. Der Blick hinter die Kulissen. Eine Lebensentscheidung gegen die Oberflächlichkeit.

    Nerds können nicht die Mehrheit sein.

Möge die Crowd mit dir sein: Star Wars Uncut

Im Sommer 2009 hatte der damalige Vimeo-Entwickler Casey Pugh eine Idee: Er teilte Episode IV: Eine Neue Hoffnung, den ersten Teil der ursprünglichen Star Wars-Trilogie, in 472 je 15 Sekunden lange Segmente auf. Anschließend rief er im Internet die Fans der Weltraumsaga auf, sich jeweils einen Teil auszusuchen und zuhause zu filmen, zu animieren oder auf irgendeine andere Weise nachzustellen. Pugh nannte das Projekt Star Wars Uncut und die Resonanz war riesig.

Gesund dank Trollen

Regel zur Selbstdisziplin: Wenn Du einem Troll antwortest, darfst Du einen Tag keinen Alkohol, kein Fleisch, keine Schokolade und auch kein Koffein konsumieren.

Manchmal kann man einfach nicht still sein und das ist in Ordnung. Tu was für Deine Gesundheit.